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Raphael Schenker, Zürich

Ein Sammlerstück

«Tübli-Briefe», so nennen Sammler die ersten mit einem eingedruckten Wertstempel vorfrankierten Briefumschläge der eidgenössischen Post. Sie wurden 1867 lanciert, nachdem vorher schon die Genfer Post vorfrankierte Produkte herausgegeben hatte.

Das offizielle Ausgabedatum der «Tübli-Briefe» war der 1. Juli 1867. Die Umschläge wurden aber an verschiedenen Postämtern bereits vorher an Kunden verkauft und auch abgestempelt.

Der Sonderblock zeigt im Hintergrund den «Zweisimmen-Ersttagsbrief», eines der wenigen noch vorhandenen Stücke des offiziellen Ausgabetags. Darauf liegend sind alle vier Taxwerte der ersten Ausgabe aufgefächert.

Die Marke selbst fokussiert auf den 10-Rappen-Wert des am Ausgabetag abgestempelten Zweisimmen-Briefs. Ein mit Tintenfeder geschriebener Ausschnitt der Adresse nimmt den Betrachter mit auf eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert. Bewusst wurde die Optik des vergilbten ­Papiers als Stilmittel eingesetzt. Die nostalgische Anmutung wird durch eine moderne Typografie subtil ergänzt. Der Golddruck der Schrift verleiht der Sondermarke den charakteristischen Zug, die ein 150-Jahr-Jubiläum verdient.

Jürg Freudiger

GABRA VI «150 Jahre Tübli-Briefe» An der Ganzsachen- und Briefe-Ausstellung gibt es in der Markthalle Burgdorf eine Sonderpoststelle: Freitag, 29. September (10–19 Uhr) und Samstag, 30. September (10–18 Uhr).