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Francisco Rojas, Bern

Wenn Käse für gute Laune sorgt

Berge, Schokolade und Banken gehören zum Ersten, was Ausländern in den Sinn kommt, wenn sie an die Schweiz denken. Spätestens 
der zweite Gedanke ist aber der an Käse. Und wer je in einer Berghütte ein Fondue zu sich genommen hat, denkt die gute Laune gleich mit.

Die Herkunft des Schweizer Nationalgerichts ist umstritten. Klar ist, dass das Fondue aus den Westalpen stammt. Savoyen erhebt ebenso Anspruch auf die Erfindung wie das Piemont (wo natürlich Trüffeln ins Spiel kommen). Von Jean-Jacques Rousseau ist ein Lob verbürgt, welches das Fondue mit der Gegend um Genf in Verbindung bringt. Das älteste Schweizer Rezept in deutscher Sprache stammt von 1699. Doch erst als das Fondue in den 1950er-Jahren Eingang ins Armeekochbuch gefunden hatte, wurde es zu einem Sinnbild unserer Nation.

Der speziell gestaltete Bogen mit den beiden Sujets «Caquelon» und «Käse» sowie ­einer Zutatenliste inszeniert dieses Stück Schweiz. Die Stimmung erinnert an die Terrasse einer Hütte in den Alpen: Ein Holztisch, die heile Bergwelt im Hintergrund, das Geschirr, die Zutaten – alles ist in warmen Farben rustikal umgesetzt. Der Betrachter fühlt sich augenblicklich in eine gemütliche Atmosphäre versetzt und meint, einen heimeligen Geruch wahrzunehmen.

Jürg Freudiger