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Wertvolle Botschaften in passender Schrift

Kalligraphie, die Kunst der schönen Schrift, und Handlettering, kunstvolles, kreatives Schreiben, liegen im Trend. Beide Themen sind auf der neuen Sondermarke schwungvoll und exakt zugleich umgesetzt.

Menschen, die den Empfängerinnen und Empfängern gegenüber besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringen möchten, schreiben ihre Briefe auch heute noch von Hand – Tendenz steigend. Denn das individuelle Schriftbild ist nicht nur Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, etwas Handgeschriebenes bedeutet auch: Meine Botschaft an dich ist wertvoll! Gerade in Zeiten von E-Mail, WhatsApp und Co. feiert die Kunst des Schönschreibens deshalb ein Comeback. Dementsprechend steht diese Kunst im Fokus der von der Thuner Gestalterin Rebekka Moser entworfenen Sondermarke. Das Markenbild zeigt die Worte «Wertvolle Botschaften» in fünf Sprachen und fünf verschiedenen Schriftarten. Damit erhalten die Absender solcher Botschaften die Möglichkeit, ihr Schreiben auch stilgerecht zu frankieren. Die Marke soll zum Schreiben und im Besonderen zum persönlichen Schönschreiben animieren. Sie wird sicher auch die Schweizerische Kalligraphische Gesellschaft begeistern, die dieses Jahr das 30. Jubiläum feiert.

Jürg Freudiger

Rebekka Moser Jahrgang 1967, geboren und aufgewachsen in Aeschi bei Spiez. Die Künstlerin wohnt in Thun und lebt ihre Kreativität mit viel Engagement aus – dies nicht nur im Handlettering, sondern auch in der Dekoration und in der Bastelei. Inspirieren lässt sie sich gerne auf den vielen Reisen, die sie mit ihrem Partner unternimmt.

Interview mit Rebekka Moser

Frau Moser, diese Sondermarke ist Ihre Premiere von Kunst im Kleinstformat. Was war für Sie die grösste Herausforderung bei der Gestaltung der Briefmarke?

Die grösste Herausforderung bei der Gestaltung war in der Tat die Grösse der Briefmarke. Die Aufgabe, fünf Textzeilen in unterschiedlichen Schriftstilen so anzuordnen, dass der Text lesbar bleibt und sich dennoch ein einheitliches, stimmiges Gesamtbild ergibt, hat mich herausgefordert.

Wie sind Sie bei der Umsetzung des Markenbilds vorgegangen?

In der ersten Phase habe ich mit verschiedenen Schablonen die Textzeilen ausgearbeitet und wie ein Puzzle zusammengesetzt. Nach der Besprechung der ersten Entwürfe mit dem Produkt-manager habe ich mich an die definitive Umsetzung des Markenbilds gemacht. Da ich alles von Hand gezeichnet bzw. geschrieben hatte, musste ich sehr sorgfältig und konzentriert arbeiten. Das Markenbild konnte ich nicht im 1:1-Format zeichnen. Die Vorlage für die Produktion war etwa siebenfach vergrössert. So stellte ich mir die Marke immer wieder im Originalformat vor. Die anschliessende Reproduktion auf die paar wenigen Quadratzentimeter bestätigten meine Vorstellungskraft, und das Resultat lässt sich sehen.

Handlettering ist derzeit hoch im Kurs. Denken Sie, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird?

Ich vermute, dass sich der Trend noch weiter fortsetzen wird. Das sieht man am grossen Interesse an Kursen und Ausbildungsmöglichkeiten. Gerade bei Frauen handelt es sich um eine beliebte Freizeitbeschäftigung und eine sehr angenehme Möglichkeit, die Kreativität auszuleben. Zusätzlich zeigt sich ein Trend, mehr Farbe ins Spiel zu bringen. Ebenso verändern oder entwickeln sich die Techniken im Handlettering. Vom klassischen Stift bis hin zu Spraytechniken sind die Arbeitsmethoden sehr vielseitig. 

Bestimmt schreiben Sie persönlich auch gerne Briefe oder Postkarten. Wie fühlt es sich für Sie an, nun die «eigene» Briefmarke dafür einsetzen zu können?

Eine «eigene» Briefmarke auf meine Briefe zu kleben, löst bei mir enorm viele Emotionen aus. Es erfüllt mich mit Stolz, ein kleines Kunstwerk erschaffen zu haben, das die Botschaften – auch weit über die Landesgrenzen hinaus – befördert. Es ehrt mich, dass ich das Privileg erhalten habe, eine Briefmarke zu gestalten. 

Auf welches Werk – abgesehen von der Briefmarke – sind Sie besonders stolz und wieso? 

Meine Werke sind alle Originale und keine Replikate. Deshalb ist jede Arbeit individuell und einzigartig und erfüllt mich mit grosser Zufriedenheit. Sehr gerne erinnere ich mich allerdings an einen Auftrag vor Ostern: Ich durfte 35 Gänseeier mit unterschiedlichen Motiven und Texten bemalen. Die Rundung der Eier war sehr gewöhnungsbedürftig und herausfordernd. Hinzu kam ihre Zerbrechlichkeit. Nach vielen Stunden hatte ich es pünktlich auf die Ostertage geschafft; alle Eier blieben ganz und erfreuten den Auftraggeber.