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Ein Kaiser in Basel

Am 11. Oktober 1019 wurde in Basel ein heute als «Heinrichs-Münster» bezeichneter Sakralbau geweiht. Anwesend waren neben zahlreichen Bischöfen auch der Stifter dieser Kirche, Kaiser Heinrich II.

Diesem 1000-Jahr-Jubiläum ist eine Sondermarke gewidmet, die Heinrich II. in den Fokus stellt. Basis dafür bildete eine Fotografie seiner Statue am Hauptportal des heutigen Münsters aus dem 13. Jahrhundert. Links im Bild ist der von Heinrich gestiftete Bau zu sehen. Dabei handelt es sich um eine Rekonstruktion aufgrund der Ergebnisse der aktuellen Bauforschung. Vom Heinrichs-Münster selbst sind heute oberirdisch lediglich noch einige helle Steinpartien am Georgsturm zu sehen. Im Hintergrund des Wertzeichens befindet sich eine Zeichnung. Sie zeigt die Türme der Westfassade des heutigen Münsters, wie sie nach dem Erdbeben von 1356 im gotischen Stil wiederaufgebaut wurden. Der Kleinbogen ist mit Biberschwanzziegeln verziert, wie sie auf dem Münsterdach zu sehen sind. Das Rautenmuster gilt als typisch für mittelalterliche Dächer. Neben zahlreichen weiteren Aktivitäten zum 1000-Jahr-Jubiläum des Basler Münsters wird auch eine umfassende Monografie über diesen bedeutenden Kirchenbau erscheinen.

Jürg Freudiger

Kleinbogen mit 8 Marken

Wer war Kaiser Heinrich II.?

Heinrich II. lebte von 973 oder 978 bis 1024. Im Jahr 1014 wurden er und seine Gemahlin Kunigunde von Luxemburg von Papst Benedikt VIII. in Rom zu Kaiser und Kaiserin gekrönt. Dabei überreichte ihm der Papst eine mit einem Kreuz verzierte goldene Kugel – der früheste Beleg des sogenannten «Reichsapfels». Weil Heinrichs Ehe mit Kunigunde kinderlos blieb, war er der letzte Kaiser aus dem Adelsgeschlecht der Ottonen. Nachdem er Basel vom Burgunderkönig Rudolf III. geerbt hatte, förderte Heinrich II. die Stadt, in der zu dieser Zeit rund 2000 Einwohner lebten. Er integrierte sie ins römisch-deutsche Reich und beschenkte sie mit Land- und Güterbesitz sowie mit liturgischen Gaben.