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Bettina Häfliger, Spiegel & Christian Grossenbacher, Seedorf

Hornussen

Hornussen ist eine der schweizerischsten aller Sportarten. Und trotzdem wissen viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landes recht wenig darüber. Wie heisst nochmal der eigenartige «Puck»? Und wie nennt man die Schilder, mit denen versucht wird, ihn aus der Luft zu holen?

«Nouss» oder «Hornuss» heisst das Flugobjekt, um das sich in dieser Sportart alles dreht. Vom «Bock» wird es mittels «Stecken» abgeschlagen und mit einer Anfangsgeschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde möglichst weit ins Spielfeld, das «Ries», spediert. Dort versucht die gegnerische Mannschaft, je nach Liga zwischen 16 und 19 Personen, die Flugbahn möglichst früh zu unterbrechen und den Nouss mit ihren 4 Kilogramm schweren «Schindeln» «abzutun». Der Erfolg hierbei ist matchentscheidend: Je mehr Hornusse gestoppt werden, desto besser. Andererseits kann die schlagende Mannschaft mit sehr weit fliegenden Noussen Punkte sammeln – damit sind die Regeln im Wesentlichen erklärt. Der Begriff «Hornussen» geht auf das Verb «hornen» oder «hurnen» zurück, das Geräusch, das der Nouss verursacht, wenn er im Ries in Hörweite kommt. Das erste bekannte Wetthornussen fand 1655 in Trub statt. Nach «Schwingen» (vgl. Lupe 2/2016) widmet die Post damit einer weiteren Nationalsportart eine Sondermarke.

Jürg Freudiger