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Fumetto Comic Festival

Fumetto hat sich in seiner bald 27-jährigen Geschichte von einem kleinen, regionalen Event zu einem der wichtigsten internationalen Comicfestivals in Europa entwickelt. Die Sondermarken sind das Resultat eines Wettbewerbs, den die Post gemeinsam mit dem Festival durchgeführt hat.

Das neuntägige Festival wurde 1992 gegründet und präsentiert einerseits Werke der wichtigsten Comic-Künstlerinnen und Künstler der Welt und fördert andererseits junge Talente. Ohne kommerzielle Ziele zu verfolgen, gehört Fumetto heute mit rund 50 000 Besucherinnen und Besuchern zu den grössten Anlässen der Festivalstadt Luzern.

Während der Durchführung 2018 wurde zur Teilnahme an einem Gestaltungswettbewerb für eine Sondermarke aufgerufen. Die Teilnehmenden sollten auf dem zur Verfügung stehenden Raum das Thema Schweiz aufgreifen und gleichzeitig die Besonderheit des Comics zum Ausdruck bringen: die gezeichnete Darstellung einer Geschichte in einer Abfolge von Bildern, in der Regel kombiniert mit Text.

Gewonnen hat der Entwurf «Helvetia, wo ist das (Land)?» des Genfers Arnaud Tosi. Die Sondermarke besteht aus drei zusammenhängenden Werten in einem 15er-Bogen. Dabei ist sogar der Wert CHF 1.00 in typischer Comic-Manier gestaltet.

Jürg Freudiger

Interview mit Geesa Tuch, Leiterin Kommunikation und Fundraising Fumetto

Was bedeutet der Begriff «Fumetto» und woher stammt er?
Fumetto ist das italienische Wort für Comic. Den Zigarettenschachteln waren früher kleine Bildergeschichten beigelegt, aus «fumare» wurde Fumetto. Das Festival will junge Talente entdecken und fördern.

Ist die Schweiz ein Comic-Land?
Die hiesige Comic-Szene ist sehr vielfältig. Viele Arbeiten sind innovativ und künstlerisch anspruchsvoll. Dennoch führte der Comic lange ein Nischendasein – zumindest in der Deutschschweiz. Inzwischen sieht man in Kulturbuchhandlungen Comics und Graphic Novels im Display. Die NZZ rezensiert die Neuerscheinungen der grossen Comic-Autorinnen und -Autoren. Ein Comic-Land wie Frankreich ist die Schweiz leider noch nicht.

Gibt es Ausbildungsstätten/Schulen, in denen das «Handwerk» vermittelt und gelehrt wird?
Im Wallis bietet die EPAC einen Comic-Studiengang an, die Kunsthochschule in Genf unterrichtet Comic-Kurse. Die Hochschule Luzern veranstaltet zum Teil gemeinsam mit Fumetto Comic-Workshops.

Comics gelten als die neunte Kunstform. Der allgemeine Betrachter macht jedoch keinen Unterschied zwischen Comic, Karikatur oder Cartoon. Gibt es eine Grenze, und wo siehst du diese?
Karikaturen beziehen sich auf reale Ereignisse. Die Zeichnung dient als komisch verzerrter Kommentar, z.B. auf Politiker. Cartoons sind eng verwandt, auch sie zielen auf visuelle Pointen. Comics erzählen Geschichten, die sich in der Regel von einem Panel zum anderen weiterentwickeln.

2019 heisst Fumetto den beliebten französischen Comic-Autor Joann Sfar willkommen. Er ist der Erfinder der «Katze des Rabbiners» und gilt als einer der einflussreichsten Zeichner unserer Zeit. Auch der 82-jährige japanische Pop-Art-Pionier Keiichi Tanaami zeigt sein knallbuntes Schaffen auf dem Festival. Eine Ausstellung mit indischen Comic-Künstlerinnen macht deutlich, welchen Beitrag Comics zum gesellschaftlichen Wandel leisten können. Bewegung steckt in der Ausstellung zum Comic-Wettbewerb, denn das diesjährige Thema lautet «Velo». Neben den neun Hauptausstellungen machen über 40 kleine Satelliten in Cafés und Läden Luzern neun Tage lang zur Comic-Hauptstadt. Zudem können Sie Künstlerinnen und Künstler beim Live-Zeichnen beobachten oder selbst kreativ werden.